Theodor Froebel, Entwurf für den Papierwerder in Zürich, 1866; Handelsgärtnerei Froebel

Theodor und Otto Froebel 

Eine vom Schweizer Nationalfond geförderte Forschungsarbeit widmet sich den beiden für die hiesige Profession wichtigen Pionieren.

An den Wurzeln der Profession

Theodor Froebel (1810-1893) und Otto Froebel (1844-1906) sind in der Fachwelt bekannt: Einerseits als wichtige Gartengestalter, die mit ihrem vielfältigen Werk einen bedeutenden Beitrag zur Entstehung der schweizerischen Landschaftsarchitektur im 19. und 20. Jahrhundert geleistet haben, andererseits als Betreiber einer der grössten Handelsgärtnereien der Schweiz. In ihrem Werk ist - kennzeichnend für das 19. Jahrhundert - der unmittelbare Einfluss von gärtnerischer Tätigkeit auf das gestalterische Ouvre ablesbar.

Vater und Sohn bauten ihr Werk auf unterschiedlichen Ausbildungen auf. Theodor Froebel lernte sein Metier in renommierten Parks und Botanischen Gärten Deutschlands. Er lernte dabei vor allem, was eine gute Gartengestaltung ausmacht. Sein Sohn Otto hingegen liess sich nach einer Lehre im väterlichen Betrieb in führenden Handelsgärtnereien und Pflanzenzuchtbetrieben der Zeit (Simon Louis in Metz, Frankreich, und Louis van Houtte in Gent, Belgien) ausbilden.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Theodor Froebel in Zürich, wo er 1834 einwanderte und die Stelle des ersten Universitätsgärtners der Stadt Zürich übernahm, zu einem der ersten Gartengestalter wurde und mit seinen Projekten den sich wandelnden öffentlichen Raum massgeblich beeinflusste. Unter Otto Froebel hingegen wuchs die von seinem Vater gegründete Handelsgärtnerei rasant an, entworfen und umgesetzt wurden unter ihm zur Jahrhundertwende hin fast ausschliesslich private Villengärten.

Otto Froebel – Illustrierter und erläuternder General-Katalog

Handelsgärtnerei Otto Froebel, Generalkatalog 124 von 1899, Titelblatt.
Quelle: Privat C. Moll

Geförderte Studie

Eine vom Schweizer Nationalfond geförderte Forschungsarbeit widmet sich den beiden für die hiesige Profession wichtigen Pionieren. Massgebliche Quelle für die Arbeit ist das mit dem Nachlass Gustav Ammanns ans NSL Archiv gta ETH gelangte Plankonvolut der Firmen Theodor Froebel, Otto Froebel und Otto Froebels Erben sowie bis heute erhaltene Kataloge und Geschäftsbücher der Handelsgärtnerei.

Die Kontextualisierung des Werks der beiden Protagonisten ist für die Arbeit zudem relevant: Die umfassende gestalterische Tätigkeit, aber auch der Erfolg der Handelsgärtnerei waren nur aufgrund politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen möglich, die Zürich ab den 1830er Jahren im Zuge städtebaulicher Veränderungen und Industialisierung und dem damit verbundenen  Aufstreben des Bürgertums erlebte.

Anknüpfungspunkte

Die Forschungsarbeit knüpft an abgeschlossene und laufende Forschungen zu Geschichte und Theorie der Schweizer Landschaftsarchitektur am Institut für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich an. Anhand der Untersuchung des Werks von Theodor und Otto Froebel möchte sie einen Beitrag zur Schliessung der grossen Forschungslücken im Bereich der Gartenkultur des 19. Jahrhunderts in der Schweiz leisten und auf die die Fragestellung nach der Wechselwirkung zwischen Pflanzenzucht und Pflanzenhandel einerseits und Gartengestaltung andererseits eingehen.

Zudem soll das Werk der Protagonisten anhand ausgewählter Beispiele im Kontext der schweizerischen Gartenkunst dargestellt werden.

Bitte

Falls Sie in Ihrem Privat- oder Firmenarchiv Unterlagen zum Werk Theodor oder Otto Froebels oder Kataloge ihrer Firmen haben, dann melden Sie sich doch bitte bei Claudia Moll, der Verfasserin der Forschungsarbeit, E-Mail: moll@arch.ethz.ch

Jeder Hinweis ist wertvoll und kann zu einer möglichst lückenlosen Aufarbeitung der Geschichte der Profession beitragen.

 Claudia Moll

Titelbild: Theodor Froebel, Entwurf für den Papierwerder in Zürich, 1866; Handelsgärtnerei Froebel.
Quelle: NSL Archiv (gta), Nachlass Froebel